Gedanken und Impulse zum Gründonnerstag am 09. 04. 2020


 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

 

 

Da Jesus die Seien, die in der Welt waren liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. ImUnterschied zu den anderen Evangelien hält sich das Johannesevangelium nicht bei der Erzählungvon der Einsetzung der Eucharistie auf. Stattdessen verweilt es bei der Fußwaschung. Warum aberschert Johannes aus der gewohnten Abendmahlsüberlieferung aus?

 

Darauf werde ich später eingehen. Vor wenigen Monaten haben wir das Weihnachtsfest gefeiert. Da begann das große LiebeswerkJesu. Klein und unscheinbar ohne Pomp und Getöse kommt Gott durch seinen Sohn in diese Welt. Ein Stall ein paar Hirten ein paar Tiere ein Ochs ein Esel. Jesu reift heran und beginnt mit ungefähr 30 Jahren zu wirken. Er predigt, mahnt, heilt nimmt sich der schwachen an und tut viele Wunder. Am Palmsonntag zieht der neue König in Jerusalem ein. Aber nicht in einem Wagen an dem vier Prächtige Pferde vorgespannt sind. Nein er erwählt eine junge Eselin. Es muss schon ein eigenartiges Bild gewesen sein. Und heute, am Gründonnerstag beim letzten Abendmahl geschieht etwas völlig unbegreifbares. Etwas was manchmal gerne weggelassen wird. Etwas was man leicht übersehen kann. Jesus kniet vor den seinen nieder und wäscht ihnen die Füße. Diese Geste zeigt Jesus als einen Sklaven; er vollzieht einen Dienst den nur die niedrigsten Sklaven versahen. Den Staub, den Dreck von der Straße abzuwaschen ein anstrengender, mühsamer Dienst. Keiner fordert ihn dazu auf. Er beginnt schweigend ohne Kommentar. Diakonie Dienst am Nächsten. Liebe in Vollendung. Und Jesus fordert die verdutzten Jünger auf einander die Füße zu waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Das Sakrament der Eucharistie wird von uns Christen hochgeachtet geschätzt und verehrt und das ist ganz im Sinne Jesu Christi. Aber einander die Füße waschen? Das passt nicht so recht in mein Bild. Kennt nicht ein jeder von und das Gefühl, dass sich bisweilen alles in einem sträubt und dagegen wehrt, wenn es gilt, Arbeiten zu verrichten, die als minderwertig gelten und bei denen andere vielleicht noch auf einen herabschauen? Das Beispiel des Herrn hat auch in seiner Kirche Schule gemacht. Die frommen Werke der Nächstenliebe, angefangen von der Armen und Krankenpflege,

 

Hospizbewegung bis hin zur vielfältigen Beratungstätigkeit der Caritas sie untermauern die

 

Glaubwürdigkeit unserer Gemeinschaft. Ich weiß, dass auch in unserem Seelsorgeraum viel Gutes geschieht. Auch wenn es manchmal schwerfällt und man von der eigenen Familie und

 

Verwandtschaft verspottet wird. Aber haben sie Mut, lassen Sie sich nicht beirren es tut weh in die Knie zu gehen, sich zu bücken sich klein zu machen. Aber genau das ist der Kernpunkt der ganzen Sendung Jesu. Gottesdienst und Dienst am Menschen am Nächsten gehören untrennbar zusammen. Die Fußwaschung ist zwar kein eigenes Sakrament aber sie hat sakramentalen Charakter. So sehr die Eucharistie Dank und Anbetung als menschliche Antwort fordert, sie schließt auch Nachahmung ein. Erst dann wir die Gedächtnisfeier zu fruchtbarem und heilbringendem Vollzug. Wir dürfen unseren Glauben nicht auf die Sakramente reduzieren, auf Gebet und Gottesdienst. Ein Glaube ohne Werke ein Glaube ohne Liebe ist nutzlos.

 

 

Diakon Hermann-Josef Hittorf

 

 

 


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Gedanken und Impulse zum Gründonnerstag - 9. April 2020
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