Gedanken und Impulse zum 6. Sonntag der Osterzeit


 

Liebe Schwestern und Brüdern im Herrn!

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.“ (Lk 22,15).

Auch wenn dieser Text am Gründonnerstag verkündet wird, scheint er mir doch recht passend für diesen Gottesdienst zu sein. Jesus sagt diese Worte zu seinen Jüngern. Diese sind ratlos, verängstigt und unsicher. Jesus wird von ihnen gehen. Die Jünger werden ihn nicht mehr sehen können. Wahrscheinlich haben viele von uns in den vergangenen Wochen etwas ähnliches verspürt? Wenn wir alleine oder im kleinen Kreis daheim am Radio oder vor dem Fernseher den Sonntagsgottesdienst gefeiert haben. Und da machte sich eine Sehnsucht, die tief im Herzen schlummerte, von Woche zu Woche immer stärker bemerkbar. Den Wunsch endlich wieder einen Gottesdienst in einer Kirche oder in der Pfarre besuchen zu können. Eine Gemeinschaft erfahren zu dürfen die uns trägt. Die uns motiviert und zusätzlich Kraft und Mut gibt. Zum Tisch des Herrn zu treten und seinen Heiligen Leib zu empfangen. Nun ist es endlich soweit. Wir dürfen wieder wenn auch mit einigen Einschränkungen gemeinsam Gottesdienst feiern.

 

Im heutigen Evangelium begegnet uns Jesus in den sogenannten Abschiedsreden. Er will uns zeigen, dass der Herr trotz seines Heimgangs zum Vater seine verunsicherten Jünger nicht allein und als Weisen zurücklässt. Jesus verheißt einen Beistand, einen Fürsprecher einen Tröster ja eine Beheimatung im dreifaltigen Gott selbst. Auch uns lässt er nicht alleine zurück. Der Beistand soll uns wachrütteln. Er möchte uns aus unseren Verkrustungen, Trägheiten, Gewohnheiten und Bequemlichkeiten herausführen. Vielleicht öffnet und erweitert er unser Herz und unseren Geist aufs Neue. Als Christen sind wir nicht nur dazu berufen Gott zu lieben, und seine Gebote zu beachten. Gebote schmecken uns manchmal nicht so recht. Aber wer aufrichtig und selbstlos liebt, braucht eigentlich kein Rezept für sein Verhalten. Doch ohne konkrete Taten bleibt unser Bemühen nur Stückwerk. Wir dürfen uns immer wieder fragen: „Üben wir im Alltag Nächstenliebe aus oder beschränkt sich diese auf einen sehr engen Kreis von Freunden? Sind wir als getaufte und erlöste Christinnen und Christen trotz aller Sorgen, Probleme, Nöte und Unsicherheiten getragen von einer Hoffnung die uns innere Ruhe und Gelassenheit gibt“? Hoffnung und Liebe zwei der grundlegenden Tugenden des Christen. Glaubwürdig erscheinen sie nur durch ihre Taten, nicht nur durch Worte oder Emotionen. Beten wir immer wieder um seinen Beistand. Erinnern wir uns gegenseitig daran, dass wir nicht als Weisen in dieser Welt leben müssen. Denn Jesus ist in uns und mit uns auf all unseren Wegen.

 

 

Diakon Hermann-Josef

 

 

 

 

 


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Gedanken und Impulse zum 6. Sonntag der Osterzeit- 17. Mai 2020
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Gedanken und Impulse zum Sonntagsevangel
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